02_Rituale

  • Die Pfadibewegung hat viele Gesichter. Während einige nach der Übung ein strammes Abtreten exerzieren, beenden andere den Tag mit einem schwungvollen Ti-Ei-Ei, Korps Uto, 1980er-Jahre.

    GEMEINSAME ZIELE UND WERTE

    Pfadigesetz und -versprechen bilden den geistigen Rahmen für alle Pfadis. Damit bekennen sie sich zu den Werten und Zielen der Bewegung. Die zehn Gesetzespunkte wurden im Laufe der Zeit verändert und modernisiert, zuletzt anlässlich der Fusion mit den Pfadfinderinnen 1987. Unverändert geblieben ist der Wahlspruch «Allzeit bereit». «Mis Bescht» ist seit den 1930ern das Motto der Wölfe und Bienli. Im Laufe der Zeit haben sich die Rituale in den meisten Abteilungen gewandelt. Wichtiger als Disziplin ist heute das Gemeinschaftliche: Man beginnt und beendet eine Übung oder einen Lagertag bewusst zusammen, oft auch in spielerischer Form.

  • Die zehn Punkte des Pfadigesetzes bilden den geistigen Rahmen für alle Pfadis:
    Abteilung Manegg, 25-Jahre-Jubiläum des BSP, Zürich, 1944.
  • Zwirbel wird getauft, Zug Alarich, Abteilung Glockenhof,
    Winterlager Alp Flix, 1957/58.

    Übertritt und Taufe

    Erstes einschneidendes Ereignis in einem Pfadileben ist der «Übertritt» vom Wolf zum Pfadi. Er wird in vielen Abteilungen symbolkräftig umgesetzt: Der Wolf klettert etwa über eine kurze Seilbrücke von seiner alten zu seiner neuen Gruppe. Bei der «Taufe» beweisen Pfadis erneut Mut und werden dafür mit einem Pfadinamen belohnt. In der Abteilung Glockenhof kamen Pfadinamen um 1925 auf, vermutlich nach dem Vorbild der Studentenverbindungen. Zunächst wurden sie nur im mündlichen Verkehr verwendet. Bereits Ende der 1920er-Jahre unter zeichneten dann die meisten ihre Beiträge fürs Gruppenbuch oder den Lagerbericht mit Pfadinamen.

  • Mutprobe am Feuer, Stammbuch Wölfe,
    Abteilung Sempach, 1944.
  • Das grosse Schütteln, Übertritt im Korps
    Glockenhof, 1974.
  • Mammut soll er heissen, Stamm Rätier,
    Korps Glockenhof, 1988.
  • Der Kampf des Heiligen Georg, Familienabend,
    Abteilung Glockenhof, 1935.

    das Pfadijahr: Vom PfiLa Zum FA

    Zu den wichtigsten Traditionen zählen seit jeher die Pfadilager. Im Pfadislang heissen die Lager an Pfingsten «PfiLa», im Sommer «SoLa» und im Herbst «HeLa». In den ersten Stadtzürcher Abteilungen waren zudem der Familienabend (FA), das Chlausweekend und die Waldweihnacht verbreitete Traditionen. Der «FA» bot den Eltern Einblicke in das Pfadileben und brachte etwas Geld in die Abteilungskassen. Der beliebte Anlass wurde mangels Besucherplätzen oft mehrmals hintereinander durchgeführt. Während das Katholische Pfadikorps sich etwa im Kaufleuten einmietete, trat Flamberg im Schauspielhaus auf. Und der Gloggi-FA dislozierte ab 1969 aus Platzgründen sogar in den Stadthof 11 oder in den Spirgarten- Saal.

  • Waldweihnacht, Abteilung Rudolf Brun,
    2008 (Foto: Barbara Graf Horka).
  • Waldweihnacht, Abteilung Manegg, 1939.
  • Kantonale zürcherische Landsgemeinde
    der Pfadfinder, um 1930.

    Jugend und Sport vom
    Georgstag zur Landsgemeinde

    Viele wiederkehrende Anlässe waren auch sportlicher natur. Im Frühjahr führten viele Abteilungen zu Ehren des heiligen Georg, Schutzpatron der Pfadfinder, einen Wettkampf durch. Auch korps- oder abteilungsinterne Stafetten oder Turniere waren und sind bei Pfadis und Leiterschaft beliebt. Manchmal konnte es auch zu viel werden. Das Korps St. Georg beschloss 1956 etwa, seine Anlässe auf fünf zu beschränken – aus heutiger Sicht immer noch eine ganze Menge.

  • Kantonale zürcherische Landsgemeinde
    der Pfadfinderinnen, Wollishofer Allmend, 1943.
  • Spa-Schwü, Schwimmturnier des Gloggi-Zugs Sparta, 1936.
  • DER GLOGGI RUFT AUS. UND DU?

    1. Gloggiruf

    2. Zug Penthesilea, Seepfadi

    3. Wolfsmeute Geromino, Abteilung Hutten

    4. Wolfsmeute Lavater, Abteilung Hutten

    5. Stamm Drach, Abteilung Hutten

    6. Stamm Wulp, Abteilung Hutten

    7. Wolfsmeute Rotach, Abteilung Hadlaub

    8. Stamm Kim, Abteilung Hadlaub
    9. Stamm Wiking, Abteilung Hadlaub

    10. Wolfsmeute Erlach, Abteilung Hutten

    11. Wolfsmeute Nidau, Abteilung Hutten

    12. Wolfsmeute Stauffacher, Abt. Manesse

    13. Wolfsmeute Theiling, Abteilung Hutten

    14. Stamm Alarich, Abteilung Hutten

    15. Stamm Habsburg, Abteilung Manesse

    16. Hunnen
    17. Stamm Inka, Abteilung Salander

    18. Stamm Korinth, Abteilung Hutten

    19. Stamm Normannen, Abt. Manesse

    20. Stamm Orion, Abteilung Salander

    21. Stamm Prometheus, Seepfadi

    22. Stamm Sparta, Abteilung Hutten

    23. Stamm Teja, Abteilung Hutten

    24. Stamm Tell, Abteilung Hadlaub

    25. Stamm Totila, Abteilung Hutten