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  • Gut ausgebildet in den Bergen unterwegs,
    SoLa, Abteilung Sempach, 1953.

    Sicherheit und Verantwortung

    In der Pfadi werden junge Menschen Schritt für Schritt an ihre Aufgaben herangeführt: Mit 14 gestalten sie einen Nachmittag, mit 18 leiten sie ein Sommerlager und mit 20 stehen sie an der Spitze einer mehr als hundert Personen zählenden Pfadiabteilung. Weder in der Schule noch in der Lehre überträgt man Jugendlichen so viel Verantwortung. Damit das funktioniert, setzt die Pfadi auf eine Mischung von «Learning by doing», Ausbildung und Betreuung. Jährlich finden schweizweit rund 200 Leiterkurse statt. Zum Lehrstoff gehören auch Konfliktlösungsstrategien, Rechts- und Sicherheitsfragen. Bei der Umsetzung des Erlernten im Pfadialltag werden die Jugendlichen von Abteilungs- und Stufenleitern sowie J+S-Coachs betreut.

  • Rede des 14-jährigen Gruppenleiters vor den Pfadieltern,
    Zug Tell, Korps Glockenhof, 1970.
  • Die Leiter des SoLa, Züge Trapper und Hunnen, Abteilung Landenberg / Gryfenberg, 1941.
  • Kochübung, Korps Glockenhof, um 1980.

    Ausgewogenheit und Konstanz

    Pfadiübungen berücksichtigen idealerweise den Bewegungsdrang, die Forscherneugierde wie auch die emotionale Gedankenwelt der Kinder und Jugendlichen. Eine Belohnung – oft in kulinarischer Form am Lagerfeuer – gehört eigentlich auch fast immer dazu. Im Gruppenführerkurs, kurz Grufü-Kurs, erhalten die Leiterinnen und Leiter einen Rucksack an Hilfsmitteln, die ihnen im praktischen Pfadialltag zur Verfügung stehen. Ein Quartalsthema ist zum Beispiel ein wichtiges Hilfsmittel, um inhaltliche Konstanz und Qualität zu gewährleisten. Einige Abteilungen führen auch eine Kartei mit Übungsideen, die Angaben zu ungefährer Dauer, Vorbereitungszeit und benötigtem Material versammeln.

  • Kurze Ruhepause, Grufü-Kurs, Distrikt St. Georg, 1993.
  • Übungsprogramm, Gruppe Weih, Stamm Tell,
    Korps Glockenhof, 1970.
  • Zuschauen und lernen, SoLa, Abteilung Manegg, 1940.

    Orgelpfeife vs. Kohorte

    In der Pfadi werden – anders als in Schulen und diversen Jugendorganisationen üblich – keine Jahrgangsgruppen gebildet, sondern mehrere Jahrgänge in Stufen zusammengefasst: Biber, Wölfe, Pfadi, Pios und Rover beziehungsweise Leiter. Die Aktivitäten der Stufen sind den Entwicklungsphasen der Jugendlichen angepasst. Bei den Wölfen steht etwa der spielerische Umgang mit der Natur im Vordergrund, in der Pfadistufe dann eher Seiltechnik, Lagerbau, Karte und Kompass. Typisch sind auch die Kleingruppen, in denen die Kinder und Jugendlichen miteinander leben und Verantwortung übernehmen lernen. Viel Wissen und Erfahrung wird dadurch vermittelt, dass die Jüngeren es den Älteren nachmachen, so lange, bis sie selbst in die Rolle des Älteren hineinwachsen.

  • Leitwölfe, Abteilung Sempach, um 1930.
  • Rudelbuch, Zug Star, Abteilung Glockenhof, 1937.
  • Musketierprüfung, Korps Glockenhof, um 1980.
  • Spielerisch lernen. Wolf und Wolfsführerin, um 1995.